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ORF-Publikumsratswahl - eine teure und peinliche Farce!

22.01.2010, 18:48 - Millionen für eine Wahl-Farce auszugeben geht offenbar trotz ORF-Krise. Natürlich mit dem Geld der Steuerzahler.

ORF-Publikumsratswahl - eine teure und peinliche Farce!

In den letzten Tagen sind Wahlunterlagen für die Wahl des ORF-Publikumsrats in allen österreichischen Haushalten eingetrudelt. Zumindest sofern sie ORF-Gebühren bezahlen.

Unglaubliche Kosten

Laut Gebühren Info Service GmbH (GIS) wurden dies an alle rund 3,2 Millionen wahlberechtigten Rundfunkteilnehmer/innen ausgeschickt. Berücksichtigt man Gestaltung, Produktion und Porto und rechnet man dafür 1 Euro, dann ergeben sich allein für's Mailing 3,2 Mio. Euro an Kosten.

Dazu werden noch Kosten für die Bewerbung der Wahl sowie für die Durchführung (Auszählung, etc.) kommen.

Wozu das ganze?

Laut ORF-Gesetz kann der Publikumsrat im wesentlichen Empfehlungen an die Geschäftsführung des ORF zur Programmgestaltung abgeben sowie Beschlüsse des Stiftungsrates hinsichtlich der Gebühren absegnen.

Wer sitzt im Stiftungsrat?

Nach guter österreichischer Tradition werden für den Publikumsrat Kandidaten großteils aus den politischen Lagern nominiert. Offiziell sollen sie die Interessen verschiedener Lesergruppen vertreten.

Dazu werden sie zum Großteil von Interessensgruppen direkt nominiert, wie z.B. den verschiedenen Kammern, nominiert. Weitere Gruppen können Vorschläge für Kandidaten machen, über deren Erennung dann der Bundeskanzler entscheidet!

Alles in allem werden von 35 Mitglieder des Stiftungsrates nur 6 (in Worten: sechs) direkt durch das Publikum und damit durch diese Wahl gewählt! 17 bestimmt der Bundeskanzler auf Vorschlag von Gruppierungen (!), 4 Ernennen die Bildungsakademien der Parlamentsparteien und je 1 verschiedene Kammern und Kirchen.

Ablauf

Der Ablauf ist etwas eigenartig, denn die postalisch versandten Bögen müssen per Fax zur Stimmabgabe gebracht werden. Aus 35 nominierten Personen müssen in mehreren Kategorien insgesamt 6 Personen gewählt werden. Dann muss das Formular gefaxt werden.

Dass die Organisation nicht ganz professionell ist, zeigte der Standard. Eine Testperson gab sich als Medienstaatssekretär Ostermayer aus und erhielt vom Call-Center-MItarbeiter seine Teilnehmernummer. Alle anderen Daten konnte man im Internet finden, sodass einer Stimmabgabe nichts mehr im Weg stand!

Weiters ist das "Service" der großen Parteien bedenklich, die vorausgefüllte Formulare mit ORF-Logo aussendeten (natürlich mit den eigenen Kandidaten), um diese für die Wähler direkt an den ORF zu senden??!!

Darüber hinaus passierte dem ORF noch ein peinlicher Fehler. In den versendeten Formularen fehlt die Teilnehmer-Nummer, welche diese nun händisch eintragen müssen. Da werden wohl viele ungültig sein!?

Publikumsinteresse

Das könnte nicht viel geringer sein. Bei der letzten Wahl wählten nur rund 170.000 Österreicher und damit nur rund 6% der Wahlberechtigten.

Fazit

Bei einer ähnlichen Wahlbeteiligung kostet jedes verwendete Wahlformular fast 20 Euro und jeder gewälte Publikumsrat immerhin 530.000 Euro (bzw. in Worten fast 7,5 Mio. ATS)!

Trotzdem, dass ohnehin nur 6 von 35 Personen des "Publikumsrats" vom Publikum gewählt werden, stehen in der Regel nur politisch Ausgewählte zur Wahl. Die Zuseher wählen also erst politische Vertreter, und dienen damit lediglich als Mehrheitsbeschaffer in einem Gremium, das kaum etwas zu sagen hat. Ein Schelm, wer an Versorgungsposten denkt.  Und durch den Ablauf und die Pannen ist zu sehen, dass eine große Wahlbeteiligung ohnehin nicht erwünscht ist. 

Wozu das ganze also alles in allem Gut sein soll, kann einem nur gänzlich verschlossen bleiben. Vor einigen Wochen erraunzte sich der ORF noch 170 Mio. Steuergelder, um nicht bankrott zu gehen. Sogar von einem Verkauf war die Rede. Und jetzt sind Millionen für eine derart unnötige Wahl vorhanden?

 

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zu diesem Artikel gibt es 14 Kommentare
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Profi Putzfrau Profi Putzfrau schrieb am
23.01.2010, 21:31

Empfange schon seit Jahren keinen ORF

und anderes Programm auch nicht, da die Glotze samt Zubehör abgeschafft wurde.

Irgendwann hatte ich den ganzen Mist satt!
Alles Wissenswerte empfange ich über den PC und DVD können mein Sohn und ich ebenfalls da schauen.
Und zwar dann WANN ich will und WAS ich will!
Und für den Mann in meinem Haushalt war das Fernsehen sowieso nur zum Einschlafen da. (so ungefähr nach einer Viertelstunde chrrrr....)
Radiohörerin war ich nie, denn was da rauskommt ist zumeist akustische Umweltverschmutzung. Da lob ich mir doch CD´s und alte Platten und Kassetten.

Wozu braucht man eigentlich das Fernsehen heute noch?
Und außerdem ist ein Abend mit Plaudern oder Gesellschaftsspielen viel schöner.

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Johann Zöchling Johann Zöchling schrieb am
24.01.2010, 14:06

ich überlege auch...

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Johann Zöchling Johann Zöchling schrieb am
24.01.2010, 14:12

zu frü gesendet

also:
Ich überlege auch das Fernsehn abzuschaffen und bei der GIS zu kündigen, der gebührenpflicht entkommt man allerdings nicht, sobald man einen PC mit Internetanschluss hat.

Die Damen u. Herrn Politiker haben denen eine Monopolstellung mit Einnahmengarantie per Gesetz geschaffen.

Warum klagt keiner vor dem EU gerichtshof?
Warscheinlich weil es zwecklos ist, dort sitzen die unfähigsten und Korupptesten Politiker aller EU Staaten.

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Profi Putzfrau Profi Putzfrau schrieb am
24.01.2010, 21:35

Gebührenpflicht

Hat man mobilen Internetanschluss und ausschließlich Laptop, entgeht man der Gebührenpflicht.

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Gerhard Singer Gerhard Singer schrieb am
25.01.2010, 15:05

Mobil - Lap

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